Widumhaus

Das Widumhaus in Ebhausen

Widdumhof 1
72224 Ebhausen

Baujahr: 1595 – 1596 (dentrochronologische Untersuchung) Umbau und Modernisierung: Frühjahr 2007 bis Frühjahr 2008, Planung und Bauleitung: Werner Thoß, Freier Architekt, Widdumhof 1, 72224 Ebhausen, info(@)architekt-thoss.de

Widumhaus
Widumhaus
Widumhaus - Kirche - Pfarrhaus
Widumhaus - Kirche - Pfarrhaus
Widumhaus oben
Widumhaus oben Detail Stakung

Auf einen Blick

Fachwerkbau aus dem Jahre 1596 (dentrochronologische Untersuchung) mit erhaltener bzw. wiederhergestellter ursprünglicher Grundrissgliederung. Einziges Wohngebäude, das den Ortsbrand im Jahre 1634 überstand, als im Dreißigjährigen Krieg Ebhausen komplett eingeäschert wurde. Nach der Beschreibung von 1666 das einzig noch vorhandene von ehemals 5 Widumhäusern in Ebhausen (Ausstattung des Pfarrers mit Gutsbesitz). Eine repräsentative Abzimmerung mit enormen Querschnitten, das Erdgeschoss als einstige offene Halle sowie eine ehemalige Türöffnung vom 1. Stock direkt zur dahinter liegenden Kirche deuten auf das ehemalige Pfarrhaus hin. Für das Pfarrhaus spricht auch, dass die Kirchenbücher dem Feuer von 1634 nicht zum Opfer fielen, wohl aber das Gemeindearchiv.

Bildbeschreibung
Widumhaus oben Detail Stakung
unten Detail Flechtwerk

Bei der Sanierung wurde die ursprüngliche Grundrissgliederung der Erbauungszeit wieder hergestellt bzw. sichtbar gemacht (Halle im EG, Hauseingang im EG, Raumaufteilung). Soweit noch vorhanden wurden alle Elemente aus der Erbauungszeit (Fachwerk, Holzständer, Gebälk innen  und außen, Lehmgeflecht), bei der Sanierung sichtbar gemacht. Das Dachgeschoss wurde nicht zu Wohnzwecken umgebaut und ist im Original vorhanden. Das historische Fachwerk der Giebeldreiecke sowie die einzig erhaltene alte Fachwerkwand im OG wurde freigelegt. Alle alten Wände wurden innen mit hellem Lehmputz versehen wodurch sie sich gegenüber den neuen, reinweißen Holzständerwänden deutlich abgrenzen.

Widumhaus Detail Sichtfenster
Widumhaus Detail Sichtfenster

Bildbeschreibung
Widum Detail Sichtfenster zur Dokumentation der alten Strohlehmausfachung und des neuen Lehmober- und -unterputzes

Auszug aus „Gedanken einer Bauherrin“
Behutsam haben wir das ursprüngliche Pfarrhaus saniert, Stück für Stück ist es dadurch unser Zuhause geworden. Wir haben seine jahrhundert alte Ursubstanz herausgearbeitet und sichtbar gemacht. Alles was wir zwangsläufig ersetzen und neu machen mussten, haben wir sowohl von Material als auch von der Farbgebung her bewusst klar und sachlich abgesetzt und dagegen gestellt. Haben ausdrücklich vermieden, dass das Neue, Moderne irgendwie in Konkurrenz zum Historischen treten könnte. Fast unsichtbar in die historische Balkendecke integrierte Beleuchtungskörper im Erdgeschoss sind ein Beispiel dafür. Oder auch, dass alle alten Wände wieder mit Lehmputz versehen sind, während die neuen mit Gipskartonplatten beplankten Holzständerwänden einfach gespachtelt und weiß gestrichen wurden. „Nur wer verantwortungsbewusst zu verändern versteht, kann bewahren, was sich bewährt hat“. Dieser Spruch von Willy Brandt ist und war uns Leitgedanke - nicht nur, aber auch und vielleicht am meisten bei der Sanierung des 400 Jahren alten Widumhauses in Ebhausen. Eva-Maria Hiller-Thoß

Rosenbogen beim Widumhaus
Rosenbogen beim Widumhaus

Im Lexikon der Theologie steht als Stichwort: Wid(d)um im neuesten Wörterbuch deutschen Rechtschreibung nur noch: Widum. Der Begriff Widum hat was mit dem Thema „Witwenversorgung“ zu tun. Das heißt die Frau eines verstorbenen Pfarrers hat den Pfarrhof als ihre Witwenversorgung bewirtschaftet.

Kontakt

Gemeinde Ebhausen | Marktplatz 1 | 72224 Ebhausen | Fon: 07458 9981-0 | Fax: 07458 9981-70 | E-Mail: info@ebhausen.de