Rotfelden

Heimatbuch Rotfelden

Das Heimatbuch Rotfelden kann zum Preis von 29,90€ bei der Gemeindekasse erworben werden.

Dorfgeschichte von Rotfelden

Der Ortsteil Rotfelden kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückblicken. In einer auf den 1. Oktober 1005 datierten Abschrift einer Urkunde, die König Heinrich II zugeschrieben wird ist der Name Rahtfelda neben 13 anderen Orten zum ersten Mal erwähnt. Das ursprüngliche Dorf befand sich im Norden der heutigen Markung. Dort wird eine Jörgenkirche ( Georgskirche ) erwähnt. Ihr Standort und der dazugehörige Friedhof standen mit hoher Wahrscheinlichkeit am Totenweg im Birkhäuble.

Blick auf Rotfelden
Rotfelden Kirche Antik
Kirche in Rotfelden

Der urkundlich 1090 erstmals erwähnte Rotfelder ist ein Adeliger namens Erlawinus de Rathfelda, der von Graf Gerold von Hohenberg zur Verwaltung eines Teilgebietes seiner Herrschaft eingesetzt wurde. Er hatte die Gerichtsbarkeit über Rathfelda und nannte sich daher auch Herr von Rathfelda.

Alte Flurnamen und Bezeichnungen wie Burggraben, Burgrain oder die nachgewiesene Existenz eines herrschaftlichen Weihers deuten auf eine ehemalige Burg oder befestigtes Haus hin. Gegenüber ließ Erlawin eine Kirche erbauen, die nach der Urkirche ebenfalls Georgskirche genannt wurde. Der untere Teil der heutigen Nordmauer stammt vermutlich noch aus jener Zeit.
Mit dem neuangelegten Dorf Rathfelda entstand zugleich ein neues Zentrum. Dafür wurden andere kleine verstreute Siedlungen, wie Neuhausen oder Nidlingen ( Neidling ) nach und nach aufgegeben.

Bis zum 14. Jahrhundert unterstand das Dorf Rotfelden den Grafen von Hohenberg und wurde 1398 mit dem Amt Altensteig an den Markgrafen von Baden verkauft und kam 1603 durch Kauf an Württemberg. Mit Pfarrer Johannes Zeller wird ab 1580 der Grundstock der Pfarrer- und Gelehrtenfamilie Zeller gelegt, die zum Teil in höchste herzogliche Ämter aufstiegen. Die evangelische Georgskirche wurde 1626, mitten im 30jährigen Krieg neu gebaut. Der Turm ist auf den Resten eines alten Vorgängerturms errichtet.
1635  fielen 186 Personen, nahezu die Hälfte der Einwohner der Pest zum Opfer.

1783 wird das neue Pfarrhaus erbaut und ist Teil des ehemaligen Pfarrguts, Widdum genannt mit stattlicher Pfarrscheuer (jetzt Gemeindehaus). Das alte Armenhaus wurde 1823 abgebrochen und das neue Bettelhaus an gleicher Stelle errichtet. Das Gebäude ist vorbildlich restauriert und erhielt 1997 den Denkmalschutzpreis des Schwäbischen Heimatbundes. Die historischen Schul- und Rathäuser sind inzwischen zu Privathäusern umgenutzt. Im neuen Rathaus, erbaut 1962 befindet sich die Ortsverwaltung und der Evangelische Kindergarten. Die Grundschule ist seit 1967 in einem Neubau untergebracht. Seit der Gemeindereform von 1975 ist Rotfelden zur Gemeinde Ebhausen eingegliedert.

Rotfelden alte Luftansicht
Rotfelden alte Luftansicht

Besonderheit in Rotfelden

In den Jahren 1960 – 1967 wurden im Rotfelder Steinbruch Kössig viele wertvolle Fossilien entdeckt,  darunter auch Fußabdrücke von frühen Sauriern, die auf ein reges Leben schließen lassen. In einer anderen Schicht des roten Sandsteins fand man den Schädel eines Ur-Lurches, sowie zahlreiche Skelette kleiner Giraffenhalsechsen. Mit neuentdeckten Saurierarten, eine davon erstmalig in Europa, wird Rotfelden unter Paläontologen weltweit als einer der bedeutensten Fossillagerstätten des Buntsandsteinerdzeitalters (Trias) (250 – 240 Mill. Jahre v. Chr.) gezählt.

Die Gemeinde Ebhausen hat in einer Machbarkeitsstudie prüfen lassen, was eine Dokumentation und Erschließung der Lagerstätte kosten würde. Dabei wurde für interaktives Dokumentationszentrum in Rotfelden über die Funde und die Erdsteinzeit ein Kostenvolumen von rd. 1,8 Millionen Euro ermittelt.
Für die Gemeinde Ebhausen wäre der Bau und Betrieb des eines Dokumentationszentrums eine einzigartige Chance, die Besonderheit der Funde herauszuarbeiten, für die Gemeinde zu werben, Tagesausflügler – insbesondere Familien – nach Ebhausen zu bringen und das regionale Marketing und den Tourismus im Landkreis zu stärken.
Neben den Kosten für den Bau des Trias- Dokumentationszentrums müssen jedoch auch die Unterhaltungs- und Betriebskosten eines solchen Projektes bedacht werden. Insgesamt werden ca. 250 000 Euro an Ausgaben für Personal, Sachkosten, Werbung und aktuelle Inhalte angesetzt. Dafür müssten jährlich 50 000 Besucher das Zentrum besuchen. Ein Wert, der nur schwierig zu erreichen sein dürfte.
Die Investition von 1,8 Millionen Euro für das Gebäude und die Erschließung der Grube könnte über verschiedene Zuschüsse und Beteiligungen des Landkreises auf einen Eigenanteil der Gemeinde Ebhausen von ca. 300 000 Euro fixiert werden. Ein Betrag, der sicher diskussionsfähig ist und grundsätzlich vorstellbar wäre. Auch wäre die wissenschaftliche Begleitung durch das Naturkundemuseum in Stuttgart gesichert.
Große Bedenken bestehen jedoch hinsichtlich der Betriebskosten. Eine kleinere und finanzschwache Gemeinde wie Ebhausen kann sich ein laufendes Betriebskostendefizit von jährlich bis zu einer sechsstelligen Höhe nicht leisten, zumal die Gemeinde das Projekt innerhalb eines regionalen Zusammenhangs sieht.
Verschiedene Versuche weitere Betriebsträger wie z.B. das Land, den Landkreis oder auch private Sponsoren mit einzubringen scheiterten bisher. Die Gemeinde Ebhausen hat deshalb die Reißleine gezogen und das Vorhaben vorerst storniert.
Ähnlich erging es dem Projekt eines Archäopark in Niederstotzingen. Dieses Vorhaben scheitert zuerst auch an der mangelnden Abdeckung und Beteiligung an den Betriebskosten. Daraufhin konstituierte sich ein Freundeskreis aus Politik, Wirtschaft und Bürger, welche der Stadt unter die Arme griffen. Dieser Freundeskreis sammelte den stolzen Betrag von über 600 000 Euro, welche dem Archäopark für die Deckung von Betriebsdefiziten zur Verfügung gestellt wird. Der Archäopark wird gerade gebaut; Eröffnung wird im Frühsommer 2013 sein.
Unkonventionelle Projekte bedürfen unkonventionelle Lösungen. Die Gemeinde Ebhausen kann sich deshalb vielfältige Ansätze vorstellen, wie über einen Förderkreis ähnlich wie in Niederstotzingen die Bürger und die Wirtschaft eingebunden werden könnte. Es bleibt aber ausgeschlossen, dass die Gemeinde Ebhausen als alleiniger Projektträger auftritt und das finanzielle Risiko alleine stemmt.
Wir sehen dieses einzigartige kulturhistorische Vermächtnis unserer Region auch nicht alleine in den Händen eines kommunalen Gremien angesiedelt, sondern erwarten eine breite Basis und Unterstützung aus der Region. Wenn dieses Interesse nicht besteht, dann hat das Projekt auch keine Chance. Für Gesprächen über Initiativen oder Ideen steht Ihnen Bürgermeister Schuler gerne zur Verfügung.

 Weitere Informationen finden Sie auf der Rotfelder Internetseite

Lurchkopf
Lurchkopf

Kontakt

Gemeinde Ebhausen | Marktplatz 1 | 72224 Ebhausen | Fon: 07458 9981-0 | Fax: 07458 9981-70 | E-Mail: info@ebhausen.de