Ebhausen

Heimatbuch Ebhausen

Das neue Heimatbuch Ebhausen kann ab sofort bei der Gemeindekasse zum Preis von 29,90€ erworben werden.

Geschichtliches aus Ebhausen

Der Ort Ebhausen entstand aus den Dörfern Ebhausen und Wöllhausen. Wöllhausen wurde im Jahr 1245, Ebhausen im Jahr 1275 erstmals urkundlich erwähnt. Archäologische Funde im Ort reichen bis zur frühen Bronzezeit zurück. Auf dem Stuhlberg stand einstmals der Burgstall der Vögte von Wöllhausen. Diese Burg wurde aber schon im württembergischen Lagerbuch von 1623 als „ganz abgegangen“ bezeichnet. Das Wappenschild der Vögte von Wöllhausen ist mit seiner Gliederung in das Wappen der modernen Gemeinde eingegangen. Das niederadelige Geschlecht der Wetzel von Ebhausen war mit dem Mannlehen, nahe der heutigen Evangelischen Kirche in Ebhausen belehnt. Auch das Beil im Wappen dieses Geschlechtes fand Eingang in das Wappen der heutigen Gemeinde Ebhausen. Beide Orte kamen 1440 mit dem Amt Wildberg an die Grafschaft Württemberg. Ebhausen hatte einst zwei Tore, das Ebhauser und das Wöllhauser Tor und besitzt schon lange ein Marktrecht.


1634, nach der Schlacht von Nördlingen brannte der Ort infolge der Plünderung und Verwüstung Württembergs durch das Kaiserliche Heer zu großen Teilen nieder. Auch das Alte Rathaus wurde ein Raub der Flammen. 1678 wurde das Rathaus neu erbaut und 1868 umfassend umgebaut. 1989 erfolgte ein Neubau der mit dem renovierten, historischen Bau eine Einheit bildet. Das alte Rathaus erfüllt noch heute seine ursprüngliche Bestimmung.

Marktplatz um 1930 Federzeichnung von Karl Schöttle
Marktplatz um 1930 Federzeichnung von Karl Schöttle
Auf der Erle Hochwasser
Auf der Erle Hochwasser, Federzeichnung von Karl Schöttle

Das Rathaus

1678 wurde das alte Rathaus errichtet. Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es an der gleichen Stelle ein Rathaus. Im Jahr 1868 erfuhr das Rathaus einen grundlegenden Umbau und erhielt sein heutiges Aussehen. 1988 wurde das alte Rathaus durch einen angegliederten Neubau erweitert. 2009 wurde der neue Marktplatz eingeweiht. 

Altes Rathaus
Altes Rathaus
Marktplatz
Marktplatz

Geschichte der Kirchengemeinde

Kirche Ebhausen
Kirche Ebhausen

Die heutige Evangelische Kirche war im Mittelalter der Mutter Gottes geweiht und wurde 1400 erstmalig erwähnt. Sie besaß einen großen Pfarrsprengel, welcher die Orte Aichelberg, Aichhalden, Berneck, Ebershardt, Gaugenwald, Hofstett, Hornberg, Hünerberg, Martinsmoos, Neuweiler, Nonnenmiß, Oberweiler, Pfrondorf, Rohrdorf, Wart und Zwerenberg umfasste. Es ist anzunehmen, dass Ebhausen im frühen Mittelalter ein Ausgangspunkt für die Rodung und Besiedlung des Schwarzwaldes nach Westen war.

1962 fanden Ausgrabungen des Amtes für Denkmalpflege Tübingen in der Kirche statt. Insgesamt wurden drei Vorgängerbauten der heutigen Kirche dokumentiert. Der älteste Steinbau war eine kleine Karolingische Saalkirche. Im mittelalterlichen Glockenturm der Kirche hängt eine der ältesten Glocken Württembergs. Sie datiert ins 14.Jahrundert. Der wuchtige und massive Turm ist Wahrzeichen des Ortes.

 

 

Handwerk und Märkte

Ebhausen Marktstrasse
Ebhausen Marktstrasse

Die Bevölkerung von Ebhausen fand viele Jahrhunderte sein Auskommen im Handwerk des Zeugmachers. Die Landwirtschaft spielte nur eine untergeordnete Rolle. Bis in die erste Hälfte des 19.Jahrundert hinein, stand fast in jedem Haus ein Webstuhl. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrundert erfuhr die maschinelle, fabrikmäßige Herstellung von Textilien Eingang in den Ort.

Die Marktstraße ist die typische Anlage eines Straßenmarktes und zeigt heute noch die einstige Bedeutung von Ebhausen als Marktflecken. Ebhausen hatte eine alte Marktgerechtigkeit, d.h. das Recht Märkte abzuhalten. Marktrechte standen einst nur besonderen Siedlungen, meist Städten zu.

Ebhausen hatte das Recht auf jährlich zwei Märkte. Das waren ein Vieh- und Krämermarkt und ein Vieh- Flachs- und Krämermarkt. Das Rindvieh wurde auf dem Markt vor dem Rathaus, die Ferkel unter der Linde, gegenüber der "Krone" gehandelt. Der Flachsmarkt wurde wohl schon Anfang des 20. Jahrhunderts aufgegeben. Der Vieh- und Schweinemarkt in den 1980 ziger Jahren.

Landschaft, Straßen und das Schulwesen

Stuhlberg im Abendrot
Stuhlberg im Abendrot
Altes Schulhaus in der Schulstraße
Altes Schulhaus in der Schulstraße

Landschaft
Der Stuhlberg ist die höchste Erhebung auf Ebhauser Markung. Er hieß im Volksmund auch „Schloßberg“. Die Form des Berges mit 595 m ü.M. soll an einen Stuhl erinnern. Der Name kann aber auch mit Gerichtsstuhl in Verbindung gebracht werden, hatten doch die Vögte von Wöllhausen am Hange des Berges ihre Burg. Das Landbuch von 1623 erwähnt einen schon damals „ganz abgegangenen Burgstall“. 

Straßen
In früherer Zeit führten die Verkehrswege nicht der Nagold entlang, weil sie oft überschwemmt und unpassierbar waren. Fernwege waren auf Wöllhauser Seite die „alte Poststraße“ die wohl schon vor Einführung der Post bestand, und auf Ebhauser Seite die“Weinstraße“, welche unzweifelhaft römischen Ursprungs ist. Der Weg nach Nagold führte über den oberen Zinnweg. Der Name kommt vom Mittelhochdeutschen “sint“ was auch Weg, Straße Fahrt oder Reise bedeutet. Es war ein wichtiger und wohl schon frühzeitig gepflasterter Fahrweg der Vögte. Nach dem Ausgang des Oberen Zinnweges zum Fuß des Kliemen hin, ist noch da und dort Kopfsteinpflaster zu erkennen.
Die Talstraße nach Altensteig wurde erst 1835 gebaut und 1851 vollendet.

Das Schulwesen
In kleineren Gemeinden wurde der Schulunterricht im Hause des Schulmeisters abgehalten. Ebhausen dagegen hat schon 1586 das Katharinenpfründhaus für Schulzwecke erworben. Dieses Gebäude fiel dem Brand 1634 zum Opfer. Ab 1678 wurde das neu errichtete Rathaus zur Hälfte als Schulhaus genutzt. 1840 entstand das „neu erbaute" dreistöckige Schulhaus in der Schulstraße. Heute wird es als Vereinshaus genutzt. 1978 wurde der 1. Teil des neuen Schulhauses am Lindenrain erbaut und in der Folgezeit noch 2 Mal erweitert. 

Sehenswertes in Ebhausen

Sehenswert in Ebhausen ist die 1860 erbaute neugotische Saalkirche mit aufgestocktem Wehrturm aus dem frühen Mittelalter und einer der ältesten Kirchenglocken Württembergs, das 1678 erbaute Rathaus, damals gleichzeitig Schulhaus des Ortes und das ca. 1595 erbaute Pfarrhaus. 

1988 wurde das Rathaus Ebhausen erweitert mit einem modernen Anbau.

Altes Rathaus
Altes Rathaus
Wappen von Ebhausen
Wappen von Ebhausen

Kontakt

Gemeinde Ebhausen | Marktplatz 1 | 72224 Ebhausen | Fon: 07458 9981-0 | Fax: 07458 9981-70 | E-Mail: info@ebhausen.de